„Ich und Du“ jetzt auch als Verein eingetragen

 

Am Anfang war es ein lockerer Zusammenschluss, entstanden aus dem Projekt „Stärken vor Ort“. Mittlerweile hat sich die Initiative „Ich und Du“ eine Satzung gegeben, einen Vorstand gewählt und sich ins Vereinsregister eintragen lassen.

 

Zum Vorsitzenden wurde Pfarrer Otmar Rüther gewählt. Schriftführerin des neuen Vereins, der sich für ein besseres Miteinander der Kulturen in den westlichen Stadtbezirken einsetzen will, ist Sema Atakli. Kassiererin wurde Simone Laqua.

 

Die aktuell 14 Mitglieder sollen aber erst der Anfang sein. Über weitere Unterstützter würde man sich sehr freuen, so Pfarrer Rüther. Der Verein selbst sei multikulturell geprägt. „Unsere Mitglieder kommen aus Deutschland, der Türkei, aus Russland, Polen und Marokko sowie von den Philippinen.“ Man habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Thematik befasst.

 

Nach dem „Running Dinner“ auf der Bergehalde, bei dem Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern an einem Tisch saßen und sich auf diese Weise ausgetauscht haben, sind weitere Veranstaltungen in Planung. Im Rahmen der Interreligiösen Woche möchte der Verein am Samstag, 22. September, ab 10 Uhr im Jugendzentrum „Casino“ an der Wielandstraße ein Seminar zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenzen abhalten. Eingeladen hierzu sind insbesondere Vereinsvertreter. Diese sollen dann, so die Vorstellung von Rüther und seinen Mitstreitern, als Multiplikatoren fungieren und die Thematik wiederum in die Vereine oder in ihre Nachbarschaft tragen. Unter anderem werde es im Seminar um das Fremdsein und die Erfahrungen damit gehen. „Erfahrungen, die sicher viele von uns schon gemacht haben“, so der Pfarrer.

 

So wie er hofft auch Sema Atakli, dass sich noch viele Menschen dem neuen Verein anschließen werden. Beim „Running Dinner“ hätten bereits einige Besucher ihre Bereitschaft signalisiert, sich ehrenamtlich bei „Ich und Du“ zu engagieren. Daher werde man sich am 29. September im Rahmen der Kermes an der Ulu-Moschee in Herringen mit einem Stand präsentieren. „Wir wollen möglichst viele Menschen im Hammer Westen für das Thema sensibilisieren“, meinte auch Laqua. Daher werde man auch die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren. Darüber hinaus wollten sich die Mitglieder weiter fortbilden, um die interkulturellen Kompetenzen wiederum weitergeben zu können.

 

Diese Weiterbildung werde in 2013 einen Schwerpunkt bilden, so Pfarrer Rüther, der möchte, dass sich die verschiedenen Kulturen besser verstehen. Die Erfahrungen hätten nämlich gezeigt, dass kulturelle Unterschiede oft zu Problemen führen können. „Zum Beispiel in der Ehe.“ Und hier wolle man ansetzen. Das ist auch im Sinne von Stadtteilkoordinatorin Annette Baranski. „Wir müssen am Thema dranbleiben.“

 

Der Verein sieht sich übrigens nicht in Konkurrenz zum Christlich-Islamischen Gesprächskreis. Dieser behandele vor allem theologische Themen. Quelle: WA von Stefan Gehre, vom 10.09.2012